Hier ein Blümchen, dort ein Frosch: Kinder wandern anders als Erwachsene. Mal bleiben die Kleinen an einem ungewöhnlich großen Pilz stehen, ein paar hundert Meter weiter wird ein bunter Stein aufgesammelt und gleich darauf muss unbedingt eine Kröte eingefangen werden. Wenn die Eltern sich auf ein schwungvolles Zurücklegen der Wegstrecke gefreut haben, wird die Entdeckungstour der Kids schnell zur Geduldsprobe.
Wanderstrecke an die Kids anpassen
Wesentlich schonender für die Nerven ist es, Wanderstrecke und -dauer an die mitlaufenden Kinder anzupassen. Bei Touren, die im Wanderführer für Erwachsene auslegt sind, kann man also getrost die doppelte Zeit rechnen. Auch auf die passende Strecke kommt es an: Führt der Wanderweg vor allem über breite Forstwege, Wirtschaftswege oder Straßen, ist Langeweile vorprogrammiert.
Klettereinlagen heben die Laune
Spannender sind kleine, gewundene Pfade mit einem anspruchsvollen Untergrund. Da darf schon einmal über Steine balanciert oder Baumwurzeln gesprungen werden. Selbst kleine Klettereinlagen bieten eine willkommene Abwechslung. Auf einmal ist die Wanderung mit der Familie nicht mehr öde, sondern richtig spannend.
Den Entdeckergeist wecken
Kinder im Grundschulalter macht es zudem Spaß, kleine Aufgaben zu übernehmen. Mit Feuereifer spüren die kleinen Wanderführer Wegweiser auf – und legen ganz nebenbei ein paar Kilometer zurück. Um die Spannung zu erhöhen, können sich die Eltern „verlaufen“. Nun ist der Entdeckergeist der Kids gefragt, um die Familie wieder auf die richtige Strecke zu führen.
Am Ende lockt ein Ziel
Wenn am Ende der Wanderung ein Ziel lockt, umso besser. Das kann beispielsweise eine Burgruine sein, die besichtigt werden kann oder ein Restaurant mit Spielplatz. Um mittendrin die Kleinen bei Laune zu halten, bieten sich mehrere kleine Highlights an. Stets geliebt wird alles, was mit Wasser zu tun hat: z. B. ein Bach oder ein See. Hier lohnt es sich, eine Pause mit einem ausgiebigem Picknick einzuplanen. Während die Kids damit beschäftigt sind, Staudämme zu bauen oder Frösche zu fangen, können die Eltern eine Weile die Füße hochlegen.
Ausrüstung für kleine Pfadfinder
Da eine Wanderung zugleich eine Entdeckungstour durch die Natur ist, sollten ein paar Forscher-Utensilien eingepackt werden. Dazu gehören vor allem Lupe oder Becherlupe, Taschenmesser, Fernglas und vielleicht noch Kompass und Taschenlampe. Wer ein Bestimmungsbuch besitzt, kann das ebenfalls einstecken. So lässt sich vor Ort sagen, welcher Vogel im Gebüsch singt und welche Blume am Wegesrand wächst. Viele Kinder lieben es, Werkzeug und Fundsachen selbst zu tragen. Für diesen Zweck gibt es leichte Wanderrucksäcke speziell für Kinder.
Spielideen gegen Langeweile
Für langweilige Wegabschnitte lohnt es sich, als Eltern immer ein paar Spielideen in Reserve zu haben. Zum Beispiel kann ein Elternteil voraus gehen und unterwegs Schätze verstecken, etwa besondere Steinchen, Murmeln oder kleine Tüten Gummibärchen. Auch der Klassiker „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder ein Hindernislauf, bei dem die Kinder über Baumstämme balancieren, um Bäume Slalom laufen oder ein Stück hüpfen müssen, vertreiben aufkeimende Langweile.
Geocaching für größere Kinder
Ältere Kinder sind zwar schon bessere Wanderer, aber auch anspruchsvoller bei den Abenteuern ab Wegesrand. Sie lassen sich unter anderem mit einer Nachtwanderung, einer Übernachtung in einer Hütte oder dem Geocaching locken. Hierbei benötigt man zur Vorbereitung die Koordinaten eines Caches sowie ein GPS-Gerät oder eine entsprechende App fürs Smartphone. Die Koordinaten bekommt man auf Geocaching-Plattformen im Internet.